Air Berlin
Deutschlands
derzeit zweitgrößte Fluggesellschaft. 1978 als amerikanische Fluggesellschaft
in und für Berlin gegründet, hat sich erst richtig mit der Entscheidung, neben
dem Chartergeschäft auch direkt über das Internet und die Reisebüros
erwerbbaren Tickets ins Liniengeschäft einzusteigen, in die jetzt erreichten
Größen empor zu arbeiten.
Dieser
City Shuttle, wie er von Air Berlin genannt wird, war der Einstieg in das
sogenannte Billigsegment, noch weit bevor Ryan Air auf dem deutschen Markt
präsent war.
Bereits Ende der
90er konnte man somit zu günstigen Preisen vor allem nach Mallorca fliegen.
Diese Destination macht auch den Hauptanteil der über 9,6 Mio. beförderten
Passagiere aus. Inzwischen kann man von den großen Metropolen Deutschlands wie
Berlin, Hamburg, München, oder dem Ruhrgebiet aus mindestens 2 mal täglich nach
„Malle“ fliegen. Das macht Air Berlin auch zur stärksten Deutschen
Fluggesellschaft in Palma. Natürlich werden auch andere Ziele, hauptsächlich in
Urlaubsgebieten, angeflogen.
Die kleineren Ziele
werden über die Drehkreuze Nürnberg und Mallorca angeflogen. Wer also nach
Spanien, Portugal oder Nordafrika möchte, landet vorher wahrscheinlich auf
Mallorca, wer Italien, Ägypten, Griechenland, Kroatien, Bulgarien oder die
Türkei ansteuert, wird höchstwahrscheinlich in Nürnberg umsteigen müssen. Nur
da, wo sich die Maschinen auch so füllen lassen, wie beispielsweise von den
besagten Metropolen nach Heraklion oder Antalya, kann auf einen Direktflug
hoffen. In der Wintersaison landen in Nürnberg innerhalb von 45 Minuten allein
13 Maschinen, um danach mit „umverteilten“ Gästen wieder zu starten. Wer sich
jetzt fragt, wo die bloß alle herkommen, braucht nur einen Blick in unsere Flughafenliste,
oder in den Flugplan von Air Berlin zu schauen, um sich einen Eindruck davon zu
verschaffen, wie viele „Internationale“ Flughäfen es inzwischen in Deutschland
gibt.
Die
Flotte : Aktuell (Juni 2006) besteht sie aus folgenden
Flugzeugen :
5 x Airbus A 320-214
Die ersten der bis zu 110 bestellten und werksneu
gelieferten Jets. Weitere 3 A320 und eine A319 sind bereits in Bau und werden
bis zum Sommer 2006 ausgeliefert.
5 x Boeing 737-46J diese direkt bei Boeing erworbenen Flugzeuge
älterer Bauart wurden zwischen 2/95 und 4/97 gebaut.
5 x Boeing 737-76Q/N Recht neu, direkt von Boeing. Eine in der
Boeing 7E7 Bemalung als Promotion für Boeing (Siehe Bild).
35 x Boeing 737-86
+85 Von Boeing direkt gelieferte Flugzeuge, zum
Teil geleast (ILFC Bouilon).
3 x Fokker 100 Aus
GEXX (Germania) Beständen ab Baujahr 1989 im wet lease übernommen für kleinere
City Shuttles.
Die
Zukunft : Schaut sehr gut aus. Als einzige deutsche
Fluggesellschaft hat man die letzten Krisen sehr gut überstanden. Auch die
Passagierentwicklung ist, ebenso wie das Standing im Markt, hervorragend. So
wurde die Airline in unabhängigen Tests von Stiftung Warentest und diversen
auflagenstarken Zeitschriften zur besten Low-Cost und Charterairline in
Deutschland auserkoren. Nicht weil sie die Billigste oder „Schnäppigste“ ist,
sondern weil sie über das beste Preisleistungsverhältnis und das beste
Onlinebuchungssystem verfügt.
Um den weiteren
Flottenausbau gemeinsam mit der östereichischen Partnerairline NIKI, an der man
24% der Anteile hält, um weitere 110 Jets, von denen jeweils die Hälfte gekauft
bzw. geleast werden soll, voranzutreiben, wollte man 2004 an die Börse gehen.
Dies ist jedoch aufgrund der damals schlechten Rahmenbedingungen an der Börse
auf Mai 2006 verschoben worden. Der Wert der Aktie liegt derzeit um 10,- € was
durchaus steigerungsfähig ist.
Mit knapp 40 Boeing
737 hat man eine Teilflotte, die groß genug ist um sich wartungsseitig selbst
zu tragen. Daher konnte sich der Vorstand für die flexiblen Airbus A 320, die
man bereits im April 2000 im normalen Betrieb getestet, sowie im Betrieb bei
der Partner Airline NIKI beobachtet hat, entscheiden. Grund war zum einen der
kostengünstigere Anschaffungspreis, sowie die Flexibilität und die
Rentabilität.
Lange wurde darüber
spekuliert, was die Air Berlin Führung um Herrn Humboldt wohl mit der prall
gefüllten Kriegskasse anfangen wolle.
Seit dem 17. August
ist es raus, Air Berlin möchte die DBA Gruppe mit der Deutschen BA und der LTU,
welche selber erst in diesem Jahr zur DBA gekommen ist, kaufen.
Der Zukauf passt hervorragend
ins Unternehmensprofil. Air Berlin fliegt mit seinem City Shuttle vorrangig in
Linie das europäische Ausland, sowie die üblichen Feriendestinationen an,
wohingegen die DBA primär im Deutschen Geschäftsreisebereich zwischen den
Metropolen unterwegs ist. Die LTU bedient primär außereuropäische Destinationen
und Ferienflugziele im Vollcharter.
Große Entlassungen
seien laut Air Berlin Geschäftsleitung aufgrund der Expansionspläne der Gruppe
nicht vorgesehen.
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