Unfall Sibir S7 Flug 778 am 19.7.2006  7.44 Uhr Ortszeit in Irkutsk

 

Nach Angaben der Fluggesellschaft waren 203 Personen an Bord der 1987 an Pan Am ausgelieferten A310-324 mit der Kennung F-OGYP sowie der Baunummer 442.

Es konnten leider nur 63 Personen lebend geborgen werden, darunter 2 Deutsche (Carmen Vollmuth/J. Heinz).  Eine Deutsche (Maria Heinz),  wird leider noch vermisst.

 

Die Piste in Irkutsk gilt bei Piloten bei Nässe als sehr schwierig, da sie dazu neigt sehr schmierig und glatt zu werden. Daher war auch bereits in Planung, die Piste aus Sicherheitsgründen um 400 Meter zu verlängern.

Die A310-324 mit der Bauseriennummer hatte bereits über 52.000 Flugstunden bei über 10.000 Flügen auf dem Buckel, und ist nach der ersten Insolvenz der Pan Am 1991 an Delta verleast worden. Danach ging sie unter der Airbus Kennung F-OGYP 1996 an die Aeroflot, bevor sie 2004 an Sibir verleast wurde. Sie wurde angeblich generalüberholt (D-Check) an S7 übergeben.

Der letzte C-Check erfolgte am 12.5.2005 bei der Lufthansa Werft in Frankfurt – der Nächste wäre im Oktober 2006 fällig gewesen. Die normale Wartung (A-Check) alle 450 Flugstunden erfolgte am 1.6.2006, seitdem wurden 365 Stunden geflogen.

Beide Piloten galten als erfahren, der Kapitän Sergej Shibanov hatte 10.507, sein Co. Vladimir Chernykh 9691 Flugstunden Erfahrung. Wie viele davon jeweils auf der A310 ist jedoch nicht bekannt gegeben worden. Es befanden sich des Weiteren 6 Stewardessen im Alter von 21 bis 34 Jahren sowie zwei Techniker an Bord.

 

Die Sibir verfügt über 2 weitere A310-300, 5 A310-200 , 10 Boeing 737-500 , 3 TU 204 (Photo) sowie eine unbekannte Anzahl weiterer russischer Muster wie TU154M oder IL 86/96. Sie ist nach der Aeroflot die zweitgrößte russische Fluggesellschaft und gilt als äußerst zuverlässig. Zum Ersatz der 737 wurden bereits 10 A319 bei Airbus bestellt. Die ersten zwei sollen noch dieses Jahr zur Flotte stoßen.  Die französische Registrierung der Airbus Maschinen hat steuerliche Gründe. Auf nicht russisches Fluggerät zahlen die russischen Fluggesellschaften Strafzölle und Strafsteuern. Leasen sie das Gerät im Ausland mit nicht russischer Kennung, entfallen diese Strafsteuern ... .

 

Mehrere Ursachen werden vor der Auswertung des bereits gefundenen Flugschreibers von Experten in Betracht gezogen. Ein Bedienfehler der Piloten bei schlechter Witterung, Schadhafte Bremsen /Schubumkehr, oder die zu stark überflutete Landebahn könnten zu dieser Katastrophe geführt haben.

Die überlebenden Passagiere wurden von der einzig überlebenden Stewardess im Heck der Maschine durch die Türen geschleust, mussten sich allerdings aufgrund ausgelöster – aber defekter Notrutschen (nicht aufgeblasen), durch einen Sprung ins Freie retten. 

S7 fliegt auch aus dem deutschsprachigen Raum , u.A. von Düsseldorf  Frankfurt Hannover und München. Österreich und die Schweiz stehen nicht im Flugplan.

IS

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SIBIR S7

Die russischen Fluggesellschaften